Die Classics 2026 – trotz schwieriger Wetterprognose ein besonderes Wochenende
Es war wunderbar. Die Classics waren am Ende komplett anders, als es die Wettervorhersage zunächst erwarten ließ.
Natürlich hatten wir gehofft, dass das Wetter deutlich besser wird. Im Laufe der Woche zeichnete sich allerdings immer mehr ab, dass wir mit Regen und vor allen Dingen mit starkem Wind rechnen mussten – so stürmisch, wie die Classics schon lange nicht mehr angekündigt waren. Entsprechend hatten wir die Befürchtung, dass einige Boote gar nicht erst kommen würden.
Umso schöner war es, dass am Ende doch 21 Schiffe dabei waren. Zwei Teilnehmer kamen sogar mit dem Auto über Land und nahmen eine Ferienwohnung in Maasholm. Das zeigt, dass die langjährigen Gäste Lust haben, bei den Classics dabei zu sein und den Weg auf sich nehmen. Das freut uns sehr, denn über die Jahre sind einfach treue Weggefährten und Freundschaften im Verein entstanden.
Die Sangria – ein besonderer Moment am Freitagabend
Ein besonderer Moment war am Freitagabend die Präsentation der Sangria. Nun ist die Lackierung endlich fertig – und das knallorange-rote Boot leuchtet förmlich über den Hafen.
Frank Sothmann hat die Lackierung erläutert und erklärt, wie das Projekt umgesetzt wurde. Natürlich haben wir diesen Moment auch fotografisch festgehalten.
An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ausdrücklich bei der Volksbank Kiel bedanken, die die neue Lackierung großzügig unterstützt hat. Vielen Dank dafür!
Die Sangria ist im Außenbereich inzwischen bis auf die abschließende Endlackierung weitgehend fertiggestellt. Natürlich gibt es noch einiges zu tun: Der Motor muss komplettiert werden, ebenso der Innenraum.
Besonders schön waren bereits die orangefarbenen Polster unseres Sponsors Laroma, die bei den Classics vor Ort waren. Die leuchtenden Farben passen hervorragend zum neuen Erscheinungsbild der Sangria, sorgen für gute Laune und machen einfach Spaß.
Durch den enormen Einsatz und die tatkräftige Unterstützung von Mark Jänicke, für die wir ihm ganz besonders danken, soll die Sangria bis zum kommenden Sommer fertiggestellt und wieder schwimmend im Wasser sein. Darauf freuen wir uns schon jetzt sehr.
Keine Regatta – dafür mehr Zeit für die Schiffe
Aufgrund des starken Windes haben wir dann gemeinsam mit den Teilnehmern entschieden, die Regatta nicht draußen zu segeln. Das war sicherlich schade, hat der Veranstaltung aber gleichzeitig eine ganz andere Qualität gegeben.
Denn plötzlich war am Samstag sehr viel mehr Zeit für das Open Ship und vor allem für Gespräche miteinander.
Die Classics bestanden diesmal also nicht nur daraus, in den kurzen Regenpausen zwischen Netzschuppen und Bierwagen hin und her zu huschen. Gerade die schwierige Wettersituation hat dazu geführt, dass die Teilnehmer ganz bewusst mehr Zeit an den Schiffen verbracht haben.
Das, was in den vergangenen Jahren teilweise kritisiert wurde – dass durch Regatta und die Übungen dafür weniger Zeit blieb –, war diesmal anders. Der Samstag stand praktisch den ganzen Tag für das Open Ship zur Verfügung.
Und auch das hatte seinen eigenen Charme: Irgendwann gab es wieder die Rückmeldung, dass eigentlich überhaupt keine Zeit gewesen sei. Die Leute hätten sich so sehr miteinander verquatscht.
Aber genau das zeigt doch, wie nett die Gemeinschaft ist, welche Freundschaften und Bekanntschaften entstehen und wie sehr der Spirit der Classics weitergetragen wird.
Die Qualität der Boote
Gleichzeitig hat sich wieder gezeigt, welch hohe Qualität die Veranstaltung mittlerweile erreicht hat.
Es waren in diesem Jahr erneut ausgesprochen schöne und gut erhaltene Boote dabei – meines Erachtens sogar deutlich mehr als noch vor einigen Jahren. Wirklich schlecht erhaltene Yachten sieht man bei den Classics inzwischen kaum noch.
Die Veranstaltung ist damit zu einem wichtigen Treffpunkt und gewissermaßen zum Dreh- und Angelpunkt der Szene geworden.
Die Bandbreite ist dabei nach wie vor groß: von den großen 45-Fuß-Yachten wie der Le Comte Fastnet 45 bis hin zu den kleineren Booten, wie der Hallberg P28, Nord 80 oder Albin Alpha, reicht das Spektrum.
Entscheidend ist dabei nicht allein die Größe, sondern die Vielfalt der klassischen GFK-Yachten und der unterschiedliche Umgang mit ihnen – vom perfekt restaurierten und erhaltenen Klassiker bis zur ganz normal gesegelten und gepflegten Yacht.
Die Wahl der Ostseeperle
Besonders schön ist bei der Ostseeperle, dass die Teilnehmer über die Schiffe gehen, sie anschauen, miteinander ins Gespräch kommen und die einzelnen Yachten kennenlernen.
Gleichzeitig können sie ihre Stimme abgeben. Die Jury begleitet diese Wahl, kommentiert die Boote und stellt die verschiedenen Kandidaten vor.
Auch in diesem Jahr gab es wieder mehrere Stimmen für die „Bellatrix“, die Swan 40. Da sie allerdings bereits einmal gewählt worden ist, entwickelte sich letztlich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Le Comte Fastnet 45 „Kjell“, die an einigen Stellen noch etwas Pflegebedarf hat, und der schließlich gewählten Albin Alpha „Zeva“.
Die Albin Alpha „Zeva“
Die „Zeva“ ist aus meiner Sicht ein wunderbares Beispiel dafür, was einen Klassiker ausmacht. Das Schiff befindet sich weitgehend im Originalzustand der 1980er-Jahre und dokumentiert damit sehr schön und zeittypisch diese Epoche.
Gerade die Proportionen machen diese Yachten so besonders: das Verhältnis von Rumpf und Aufbau, die Länge des Aufbaus, die Rumpfhöhe, die Neigungswinkel, der Steven, die Form des Aufbaus und natürlich auch die Fensterformen.
Daraus entsteht ein sehr zurückhaltendes, harmonisches und zeitloses Gesamtbild. Genau das ist für mich ein wesentlicher Teil dessen, was einen Klassiker ausmacht – und wenn ein solches Schiff dann auch noch in einem guten Zustand ist, ist es eigentlich perfekt.
Wir freuen uns deshalb sehr über die Wahl der „Zeva“.
Schön ist auch, dass damit nach der bereits ausgezeichneten Alpha von Mario Möller nun eine weitere langjährige Albin Alpha den Titel erhält, die ihn sicherlich schon früher einmal verdient gehabt hätte.
Die Zukunft des Vereins
Ein weiterer wichtiger Punkt des Wochenendes war die Rede des ersten Vorsitzenden Martin Horstbrink am Samstagabend.
Im Mittelpunkt stand die Zukunft des Vereins: die künftige Ausrichtung, die Frage, welchen Weg wir gemeinsam gehen wollen, und vor allem, welches Profil und welchen Zweck die GFK-Klassiker auch in Zukunft haben sollen.
Dabei ging es auch darum, den Mitgliedern noch einmal deutlich zu machen, warum die Ziele und Zwecke des Vereins wichtig sind, wie sie definiert sind und worauf die gemeinsame Arbeit künftig ausgerichtet werden soll.
Die Rede versteht sich dabei ausdrücklich als Anstoß für die weitere Diskussion und die gemeinsame Entwicklung des Vereins. Sie soll dazu beitragen, gemeinsam darüber zu sprechen, was die GFK-Klassiker ausmacht, welche Aufgabe der Verein übernehmen möchte und wie wir diesen Weg in den kommenden Jahren gemeinsam gestalten können.
Die vollständige Rede kannst du hier als pdf herunterladen.
Ausblick auf 2027
Insgesamt waren die Classics 2026 trotz oder vielleicht gerade wegen des schwierigen Wetters sehr erfolgreich.
Wir haben erlebt, dass die Gemeinschaft funktioniert, dass die Menschen miteinander ins Gespräch kommen und dass die Begeisterung für klassische GFK-Yachten weitergetragen wird.
Nun freuen wir uns auf das nächste Jahr – mit neuem Input, neuen Ideen und sicherlich auch der einen oder anderen Veränderung.
Der Netzschuppen hat sich dabei als idealer Anlaufpunkt erwiesen und bietet für die Classics eine hervorragende Grundlage.
Wir freuen uns auf 2027 und darauf, die Classics gemeinsam mit unseren Mitgliedern, Freunden und langjährigen Weggefährten weiterzuentwickeln.
Besten Gruß
Martin Horstbrink

