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Hallberg Rassy Misil 2
      
eingetragen am: 03.04.2019

Bootsname: Golden Girl
Eigner: Kerstin Römer

SY-Golden-Girl(a)web.de
Heimathafen: unterwegs
Bootstyp: Hallberg Rassy Misil 2
Baujahr: 1975
Werft: Hallberg Rassy in Ellös/Schweden
Konstrukteur: Olle Enderlein

 

 

Abmessungen:
7,35 m lang
2,30 m breit
1,20 Tiefgang
9.85m Masthöhe über Wasserlinie
Gewicht leeres Boot 1.850 kg
Kielgewicht frühe Boote (Blei) 740kg
Kielgewicht jüngere Boote (Stahl) 859 kg
28qm Segelfläche (Groß und Fock)

Besegelung:
Rigg und Segel
Die Standardbesegelung des Topriggs mit Babystag besteht aus Sturmfock, Kreuzfock, Genua und Großsegel. Auf einigen Booten findet sich auch noch ein Original Spinnaker. Das Großsegel wurde offenbar ursprünglich zum Reffen auf den Baum gerollt. Dann ist aber der Baumniederholer im Weg. Daher kann es sinnvoll sein, ein oder zwei Reffreihen ins Großsegel nähen zu lassen - oder bei zu starkem Wind das Groß komplett zu bergen und nur mit der Kreuzfock zu segeln. Auf die Art lässt sich mit größeren Wendewinkeln sogar gegenan kreuzen. Bei Halbwind mit ungefähr 3 -4 Bft sind nur mit der Kreuzfock 6 Knoten möglich. Die Vorsegel sind original mit Stagreitern versehen, mittlerweile sieht man immer öfter nachgerüstete Rollfockanlagen. Der Mast wird mit Hilfe eines Mastenkrans gestellt und gelegt.

Motorisierung:
Die meisten Misils haben einen Außenborder mit 5 bis 6PS. Die Außenborderaufhängung mit Federmechanismus ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Der Mechanismus klemmt gefühlt immer dann, wenn es schnell gehen sollte. Einige Misils sind mit einer Art „Fahrstuhl“ versehen, an dem der Außenborder mittels Talje zu Wasser gelassen wird. Siehe Bilder.
Es wurden auch Misils mit Innenborder gebaut. Optisch natürlich ansprechender, ohne das AB-Anhängsel und das Gewicht des Motors sitzt mehr in der Mitte. Wenn ein Außenborder hinten dranhängt, sollte im vorderen Bereich ein bisschen Blei unter der Koje als Gegengewicht seefest gelagert oder einlaminiert werden, damit das Boot nicht zu hecklastig wird.

Bootsbeschreibung / Ausrüstung / Besonderheiten:
Rumpf
Mit ihrem gemäßigten Langkiel ist die Misil kursstabil. Bei engen Hafenmanövern mit Seitenwind kann sie sich als zickige Diva entpuppen. Da sie so klein und relativ leicht ist, lässt sie sich dann allerdings auch von Hand abhalten oder mit Leinenhilfe in die passende Position verholen. Die Farbgebung im damals favorisierten satten Honiggelb, liegt heute total im Retro Trend. Das Gelcoat lässt sich auch nach Jahrzehnten erstaunlich gut wieder aufpolieren, sofern nicht einer der Voreigner schon Rumpf und/oder Deck lackiert hat.

An Deck
Die Pinne ist bei älteren Modellen innerhalb des Cockpits angesetzt, bei den späteren sitzt sie hinter dem Cockpit, das schafft Platz für bis zu vier Personen. Die Sprayhood bietet für zwei von den vieren Schutz vor Regen und zu viel Sonne. Für verregnete Hafentage lässt sich an der Sprayhood eine Kuchenbude anknüpfen. Hinten und an Backbord gibt es je eine geräumige Backskiste. Unter der Steuerbordducht befindet sich ein großer Stauraum für die Segel, der vom Salon aus zugänglich ist. Mittig, oder direkt vor dem Niedergang ist im Cockpit eine Travellerschiene montiert.

Unter Deck
Original wurden die Polster mit grünem Breitcordsamt bezogen. Die Salonkojen reichen auch längeren Seglern als Schlafstätte, die Vorschiffskoje bietet einem viel Platz, liegen zwei drin, kann es eng werden - oder kuschelig. Hinter den mobilen Rückenlehnen der Salonkojen lässt sich tagsüber das Bettzeug verstauen, bei Bedarf werden sie auf die vordere Seite gesteckt und dienen dann als Leesegel für Seekojen.

Unter den Kojen gibt es viel Stauraum, ebenso in den insgesamt sechs Schwalbennestern darüber. Zwischen Salon und Vorschiff befinden sich auf beiden Seiten schmale, hochkanitge Fächer, in denen sich Ölzeug und Schwimmwesten lagern lassen. Die Bilge und der Platz unter den Kojen eignet sich auch in wärmeren Sommern als Kühlung. Besonders unter den Bodenbrettern im Durchgangsbereich zwischen Salon und Vorschiff bleiben Obst und Gemüse frisch, selbst Milchprodukte halten sich einige Tage.

Unter dem Niedergang gibt es ein kleines Waschbecken, darunter eine große Schublade. Wenn man auf den Wassertank verzichtet, der bei einigen Booten hinter dieser Schublade und unter dem Cockpitboden eingebaut wurde, lässt sich dort ein kleines Schlauchboot stauen. Sofern es sich nicht um einer der Misils mit Innenborder handelt, denn dann dürfte dort der Motor sitzen.

Im Originalzustand wurde ein unverwüstlicher Petroleumkocher eingebaut, der mit Spiritus vorgeheizt wird und sich für erste Versuche an Land tragen lässt. Wer noch nie auf diese Art gekocht hat, braucht vielleicht eine Weile bis es nicht mehr qualmt und rußt. Dann entpuppt sich der Petroleumkocher als die simpelste, preiswerteste und sicherste Art unter Deck zu kochen.

Meistens ist der Vinylbezug mit dem Wände und Decke verkleidet sind, recht spackig. Der Klebstoff mit dem dieser Bezug angepappt wurde, hält auch nach vierzig Jahren ziemlich gut und lässt sich nur Fitzelchen für Fitzelchen abpuhlen. Die Arbeit lohnt sich, anschließend frisch ausgemalert, wirkt das Innere freundlich und eindeutig heller.

Auf manchen Misils gibt es ein Pump WC unter der Vorschiffskoje. Der dazugehörige Minifäkalientank (ganz vorne unter dem Spitz der Kojen) sollte auf undichte Stellen hin geprüft werden, ebenso der Borddurchlass. Da es sich sowieso um kein separiertes Örtchen handelt, entscheiden sich die meisten Eigner den ganzen Kram zu entsorgen und schaffen so mehr Stauraum.

Finanzen
Für ein 24 Fuß Schiff sprechen die relativ geringen Unterhaltungskosten und die zur Zeit extrem günstigen Preise für gebrauchte Misils - in Schweden werden sie für 1.000 bis 5.000 € angeboten, in Deutschland sind immer wieder mal welche für 6.000 bis 8.000 € auf dem Markt. Bei den Booten aus Schweden sind wahre Augenweiden drunter, aber auch oft ziemlich spackige und vernachlässigte Exemplare. Mit handwerklichen Geschick, Zeit und/oder dickem Portemonaie lassen sich auch diese Boote wieder zu wahren Ostseeperlen aufrüschen. Zur Orientierung, hier einige Beispiele aus Angeboten von Werft/Segelmacher/Polsterin für Arbeiten an einer Hallberg Rassy Misil 2017/2018 (zuzüglich Mehrwertsteuer)

Unterwasserschiff neu aufbauen 2.000 €
Borddurchbrüche auswechseln a 170 €
Neue Fenster einbauen 460 €
Deck lackieren 3.000 €
Rollfock (Furlex) inkl. Montage 1.350 €
Neue Wanten und Stagen 1.200 €
Neue Polster 1.200 €
Außenborder 6 PS, 1.200 €

Und hier noch einige Links :
• www.Hallberg-Rassy.com - viele pdf. Dokumente zur Misil (Segelplan, Prospekt etc.) Jedes Jahr im Juni richtet die Werft in Ellös für alle Hallberg Rassy Yachten die Ralley bei der jeder gewinnt aus. (Fast) immer ist mindestens ein Misil dabei.
• www.hragneta.blogspot.com - Blog von einem findigen Eigner, der offenbar richtig gut im Basteln ist.
• www.albatrosseninger.se - noch ein Blogger und Bastler, schreibt auf Englisch, viele informative Detail-Bilder.

weitere Infos unter:

 

zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken



 

 



              

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